Bombardiere die Lieblingsstadt deiner Wahl mit der NUKEMAP

Welche Auswirkung hätte die „Little Boy“-Hiroshima Bombe auf deine Geburtsstadt? Oder die „Fat Man“-, „Ivy King“- oder „Dong Feng 4“-Bombe? Wieviele Menschen würde sterben, wieviele verletzt werden? Welche Fläche würde durch einen radioaktiven Niederschlag unbewohnbar werden?

Auf der NUKEMAP des Historikers Alex Wellerstein kannst du die Auswirkungen erforschen. In seinem Blog-Post vom Februar 2017 schreibt er, dass die NUKEMAP bereits 99 Millionen virtuelle Detonationen verzeichnet hat.

Screenshot der NUKEMAP

Episode 104/2016: Koalition will Deep Packet Inspection und Netzsperren

Hier geht es zum Artikel auf heise.de:

In einer Nacht- und Nebelaktion haben die Regierungsfraktionen ohne öffentliche Debatte den Weg freigemacht für eine umfangreiche Änderung des Telekommunikationsgesetzes (TKG), mit dem Provider künftig bei auftretenden Netzstörungen eine abgespeckte Variante der umstrittenen „Internet-Nacktscanner“ in Stellung bringen und damit eine „Deep Packet Inspection light“ (DPI) durchführen dürften.

Hier ein Auszug von Wikipedia zur Deep Packet Inspection:

DPI wird derzeit meist in Enterprise-Anwendungen bei Providern, oft im Auftrag von Regierungen, in den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen eingesetzt. Es ermöglicht eine erhebliche Absicherung des Informationsflusses, wird aber auch zur Vorratsdatenspeicherung, zum Abhören und Sammeln von Informationen und zur Zensur im Internet eingesetzt. Kritiker befürchten auch, dass die DPI-Technik in Zukunft dahingehend genutzt werden könnte, die Netzneutralität des Internets einzuschränken.

Kein weiterer Text.

Episode 94/2017: Der Bus, so nah, so fern

Kennst Du das, wenn Du Dich wie in Frogger fühlst, die Straße bei Gefahr für Leib und Leben überquerst, nur um es noch zum Bus zu schaffen, der gerade auf der anderen Straßenseite hält?

Oder wenn Dein Bus zur großen Bushaltestelle fährt und Dein Anschlussbus noch da ist (Du siehst ihn aus dem Fenster), mit dem Du, wenn Du ihn noch erreichen würdest, pünktlich zu Deinem Termin kommen wirst?

Und wenn Du dann glücklich die „Mach-die-Tür-auf“-Taste drückst, aber die Tür nicht aufgemacht wird? Du schaust nach vorne, zum Busfahrer bzw. zur Busfahrerin, der/die stoisch irgendwohin blickt; die Sekunden verrinnen, genug Zeit, einzusteigen – aber irgendeine Regel und irgendeine Vorschrift und irgendwas verhindern, dass Du noch einsteigen darfst. Und so fährt der Bus schließlich weg.

So nah und doch so fern. Ist mir heute wieder passiert. Hat mich an letztes Jahr erinnert, als mir der Bus auf diese Weise mal an der Uni-Haltestelle davonfuhr – aber ungelogen nur 2 Meter vom Randstein weg, weil sowieso vor lauter Stau nichts weiter ging. Da stehst Du dann rum, der Bus ist nur 2 Meter weggefahren und steht dann ungefähr eine Minute sinnlos vor Dir. Aber einsteigen durfte man trotzdem nicht.

Wenn dann die Busse in 10 Jahren alle autonom fahren, wird man wehmütig an die gute alte Zeit zurückdenken, als die Menschen noch entscheiden konnten, dass, äh, dass, hm, man nicht mehr einsteigen darf. Zumindest wars dann kein böser, kalter, grimmiger Algorithmus, dessen Entscheidung keiner nachvollziehen kann…

Episode 43/2017: Mosquito, Beethoven und Anti-Nobelpreis

Heise berichtet über ein Pilotprojekt an zwei britischen Schulen, bei dem Lehrer, die das möchten, Body-Cams zum Beobachten von Schüler/innen tragen dürfen. Die Aufnahmen werden in der Cloud gespeichert.

Gruselig.

In den Kommentaren meinte jemand, die Briten müssten ihre Kinder wohl sehr hassen und verlinkte dabei auf ein Gerät namens The Mosquito. Ein theoretisch nur von Kindern und Jugendlichen hörbares Störgeräusch soll diese von bestimmten Orten fernhalten bzw. vertreiben. Solcherlei Geräte gibt es in unterschiedlichen Varianten. Wenn sie nicht funktionieren (wie eines namens Beethoven) vertreiben sie alles und jeden.

Gruselig.

Den Anti-Nobelpreis „Ig-Nobelpreis“ gabs dafür auch schon. Solche Geräte gibt es ja nicht nur für den Privatgebrauch. Ich erinnere mich an eine Stern-Reportage 1998/99? über sogenannte Nicht-tödliche-Waffen, für die es seinerzeit (auch heute noch?) kaum Exportregeln gab. Dazu gehörte sofort-härtender-Schaum gegen Demonstranten (Sticky-Foam), unerträgliche Gerüche oder eben Störgeräusche.

„Und was machst Du beruflich?“ – „Ich mache das Zusammenleben der Gesellschaft ein bisschen unangenehmer und schwieriger“.

Episode 1/2017: Video-Tipp Big Data und SPON

Metadaten sind nicht harmlos. Hier mal ein schöner Beitrag zum Thema für Journalisten, frisch vom 33ten Chaos Communication Congress:

Welche Erkenntnisse lassen sich durch die Analyse von Spiegel-Online-Artikeln im Zeitraum von etwas über 2 Jahren gewinnen?

U.a. Dinge wie

  • zu welchen Themen findet hauptsächlich Berichterstattung statt
  • welche Themen dürfen (mehr oder weniger oder gar nicht) kommentiert werden (Frankreich: manchmal, Pilotenstreiks: gerne, Russland: ja, Flüchtlinge: nein)
  • welche AutorInnen bilden Gruppen/Cluster
  • welche AutorInnen haben vielleicht was miteinander (Korrelation von Urlaubszeitpunkten)

Natürlich ist die Interpretation von Daten eine Kunst; eigene Vorurteile, die man unweigerlich hat, können die Betrachtung der Daten in eine falsche Richtung lenken – darauf weist David Kriesel im Vortrag auch immer wieder hin.

Tag 365/2016: FROHES NEUES JAHR!

HINWEIS: IN VON FREUDE UND ZUVERSICHT ERFÜLLTER ERWARTUNG AUF DAS KOMMENDE JAHR UND JEDEN EINZELNEN TAG ERFOLGT DIESER POST NUR IN GROSSBUCHSTABEN!

HABT ALLE EINEN GUTEN RUTSCH, DUTZENDE VORSÄTZE ALS QUELL TÄGLICHER INSPIRATION UND HÄUFIGER AUSFÜHRUNG, SEHT DAS LICHT UND NICHT DIE DUNKELHEIT!

ICH FREU MICH DARAUF – UND AUF EUCH!

Tag 351/2016: Blitzer & Heftpflaster

Heute früh vom Fenster aus einem Mann beim wiederholten Einparken zugeschaut. Immer wieder stieg er aus, fuhr ein bisschen vor, zurück, kontrollierte, noch ein bisschen näher an den Randstein ran, wieder zurück usw. Dabei stellte er sich hin und wieder hinter das Auto, machte mit den Händen und Armen roboterhafte Bewegungen die Straße entlang um auch wirklich exakt in einem bestimmten Winkel zu stehen.

Gerade als ich annahm, hier handele es sich um eine zwanghafte Persönlichkeit und das werde jetzt noch eine halbe Stunde so weitergehen, begann er, den Kofferraum zu öffnen und sein Blitzerkameraequipment aufzubauen und zu justieren. Ach sooooooo.

Ein bisschen weitergeglotzt, aber um diese Uhrzeit ist noch nicht viel los auf den Straßen, also hats auch nicht viel geblitzt. Ein vorbeifahrender Busfahrer hat sich gleich umgedreht: Man kennt sich halt.

Später in der Apotheke dann, siehe Beitragsbild, eine weitere Variante verkaufsförderndes Merchandising gesehen (Eisprinzessin und Sternenkrieg), diesmal für Heftpflaster.

Geh weida.

Tag 331/2016: Sowas passiert eben wenn

man keinen Fernseher mehr hat: Gestern habe ich von jemand erfahren, dass die aktuelle Staffel von The Taste vorbei ist. Damn. Die Arbeit mit Löffelgerichten finde ich seit Jürgen Dollases Geschmacksschule sehr lehrreich, das Sendekonzept daher zumindest kurzweilig. Also einfach ein paar Anekdoten erzählen lassen und ansonsten froh über die Zeitersparnis.

Trotzdem hat wieder alles zusammengepasst: Es war der gleiche Tag, an dem ich eine Ausgabe von Neil Postmans „Wir amüsieren uns zu Tode“ in den Händen hatte, mit Widmung eines damaligen WG-Genossen.

Dem Postmanschen Tod von der Schippe gesprungen, zumindest ein bisschen.