Tag 278/2016: Server-Optimierungs-Fetisch versus Einsatz-Kontext

Eine schreckliche Überschrift, wer hat sich die nur ausgedacht.

Beim Erforschen der Leistungsgrenzen eines VPS, der als Webserver dienen soll, kann man sich unverzagt daran machen, ein paar Kernelparameter zu überprüfen, z.B. net.core.somaxconn,  tcp_max_syn_backlog oder die Anzahl maximal geöffneter Dateien zu erhöhen (ulimits, /etc/security/limits.conf).

Aber nicht immer muss es das Ziel sein, dass das Ding abertausende von TCP-Verbindungen zulässt, welche die eigentliche Anwendung (lies: Webserver) dann eh nicht in der gleichen Anzahl bedienen kann.

Wenn beispielsweise der VPS Teil eines Clusters ist, dem ein Loadbalancer vorgesetzt ist, kann es schlauer sein, die Anzahl maximaler Verbindungen bewusst zu reduzieren (kleineres listen-backlog) und damit die Leistung des Loadbalancers zu optimieren. Wenn die Verbindungen abgelehnt werden und nicht in einer Warteschlange landen, kann der Loadbalancer schneller eine weniger ausgelastete Maschine finden.

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