Episode 36/2017: Stück – Mist

Aus irgendeinem Grund verwenden Journalisten (m/w/x) neuerdings vermehrt ihre interne Zunftsprache in der Öffentlichkeit.

Eine zunehmende Unsitte ist das „Stück“, z.B:

Erklärstück, Erzählstück, Servicestück.

Letzteres, das „Servicestück“, habe ich gerade bei einem Artikel auf SPON gefunden. Der Artikel hat die Dachzeile „Stolpern, Sturz, Vergiftung“ – setzt also gleich zu Beginn die Lehre von „Tod, Elend, Untergang“ ganz gut um. Am Ende des Artikels, einem vermutlich aus SEO-Gründen gepimpten dpa-Artikel, steht dann im Absatz:

Sie sind Minijobber und der Mindestlohn wird Ihnen verwehrt? Was Sie dagegen tun können, steht in diesem Servicestück.

Was für ein Käse, diese Stückerei. Wahrscheinlich soll das die Wertigkeit der Erzeugnisse unterstützen und hervorheben. Ein „Werkstück“, an dem fachmännisch (m/w/x) gearbeitet wurde, bis daraus ein Meisterstück wurde, das die Fachfrau (m/w/x) stolz der Weltöffentlichkeit präsentiert.

Weiterstück! Stück auf! Bis zum nächsten Stück!

Ein Gedanke zu „Episode 36/2017: Stück – Mist“

  1. Ist das gleiche mit der inflationären Verwendung des Wortes ‚Manufaktur‘.

    Es gibt überall nur noch Burger-Manufakturen, Brot-Manufakturen und Geschlechtskrankheiten-Manufakturen.

    Auch doof.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.