Episode 90/2017: Die Tonspur, Dimi und Limi

Irgendwann, so zwischen 1996 und 2000, musste man sich im Web bzw. im Beruf mit der blöden These rumschlagen, Texte müssten „online“ möglichst kurz sein. Wer surft, mag keine langen Texte lesen. Schnell erfassen, klick, weiter.

Mittlerweile sieht man das wieder etwas entspannter. Gutes Copywriting, hervorragende Texte – sie bedürfen keiner künstlichen Längenbegrenzung, solange dich jeder Satz zum Lesen des nächsten Satzes verführt („Slippery Slide“-Modell).

So wie hier:

Ein Familienmitglied hat mir dankenswerterweise den Link zu Stefan C. Limbrunners grandioser Besprechung des Exorzisten von 1973 geschickt. Ausgedruckt hätte sein Post zwischen 33 und 50 Seiten (die HTML-Vorlage ist leider nicht optimal). Wer Stefan C. Limbrunners (oder „Limi“, wie alte Bekannte ihn nennen, was sich ein bisschen anhört wie „Dimi“, wie Damien Karras von seiner Mutter genannt wird) Texte kennt, weiß, dass Kurzfassen nicht sein Ding ist und das ist gut. Sehr gut sogar.

Dass die Tonspur des Films etwas besonderes ist, habe ich immer schon vermutet, aber eher auf die technischen Möglichkeiten bzw. Beschränktheiten der damaligen Zeit verortet. Auch in der Hinsicht ist Stefans Post ein Augenöffner.

Ich glaube, es wird mal wieder Zeit für eine Schüssel Erbsensuppe und 2 Stunden Filmgenuss.

Episode 89/2017: Der Core-Aufkleber

Bei der Bestellung eines Servers überlegt, vom Händler auch gleich das Betriebssystem zu kaufen, also kam das ins Angebot mit rein. Zur Software aber kurz online recherchiert und siehe da, mehrere seriöse Anbieter bieten das Betriebssystem 50 Euro billiger als der Händler an, Lieferung entweder als Download oder via USB-Stick.

Also Händler gefragt, warum die Differenz. Als Antwort kam zurück, ohne auf die Frage einzugehen, dass sie die Software auf CD-ROM liefern und mit einem Core-Aufkleber (für Nicht-Nerds: hier abbiegen).

Dass der Server gar kein CD-ROM-Laufwerk mehr hat: Geschenkt. Aber dass sie den Aufkleber erwähnt haben: Sensationell.

So ein formschöner Aufkleber ist ja auch vielseitig verwendbar und im Alltag ein guter Helfer. Wie oft bräuchte man einen und muss dann ohne auskommen! Der Aufkleber ist wirklich das Pfefferminzblättchen, das unsere Entscheidung maßgeblich beeinflussen wird.

Episode 88/2017: Feels like home

Von der Unteren Bachgasse zur Oberen Bachgasse ist es nicht weit, so war der Weg vom Büro zum Hemmingways (Namenspatron) ein paar Jahre lang nicht nur recht naheliegend, sondern auch beliebt: Denn es kommt nicht oft vor, dass die Bitte nach einem Low-Carb-Burger mit einem simplen „Ok“ beantwortet wird. Das eingespielte, immer freundliche Service-Team kommt noch als Sahnehäubchen oben drauf.

Heute haben wir dem Hemmingways, nach wirklich ewigen Zeiten, mal wieder einen Besuch abgestattet. Es war wie immer: Perfekt; der „Stammtisch“ frei, die Bestellung so unkompliziert als wären wir erst gestern dagewesen, ein herzlicher Empfang.

Notiz an mich: Wieder öfter aufs Rad schwingen und ab in die Stadt.

Episode 87/2017: Feueralarm in der TechBase Regensburg

Was ist das nur für ein nerviger Klingelton, den der Kollege da auf seinem Smartphone hat? Und wieso ist er so eindrucksvoll laut? Ach nein, Feueralarm!

Jetzt macht sich unsere Verfahrensanleitung für Krisensituationen bezahlt, die wir ausgedruckt an der Bürotür hängen haben:

IN CASE OF FIRE:

1. git commit
2. git push
3. leave building

Wir wissen also, was zu tun ist. Als (1) und (2) erledigt sind, schnappe ich mir das immer aktuelle Backup, fahre den Hauptserver runter („shutdown -h now“) und stoße das sowieso anstehende macOS-Backup an (2 Klicks), damit wenigstens einer was tut.

Dieses mal, im Gegensatz zum letzten Mal im Mai 2016, verlassen alle Mitbrüder und Mitschwestern und Mitx wie gefordert zielgerichtet die TechBase und ziehen Richtung Sammelplatz. Damit ist der Weg frei für die Feuerwehr. Ein Polizeiauto, ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr und ein Leiterwagen. Zum Glück umsonst, wir sehen nicht, dass tatsächlich was gebrannt hätte.

Nach etwa 20 Minuten ist die Sache vorbei. Wieder im Büro angekommen, finde ich auf meinem Rechner die klassische Situation von Updates vor: Der Vorgang konnte nicht durchgeführt werden, weil irgendeine Anwendung mit einer dummen Rückfrage den Vorgang blockiert. Naja, 90% der Anwendungen sind bereits beendet, also dann eben das Update trotzdem jetzt und damit nochmal 20 Minuten warten.

Episode 68/2017: Durcheinander scp, ssh und uwsgi

Wieder was gelernt. Genauer gesagt, drei Dinge. Fangen wir an:

  1. Caching mit nginx ist eine tolle Sache. Auf einem Server wollten wir die Auswirkung von „Microcaching“, bei dem die Ressourcen beispielsweise nur 1 Sekunde lang vorgehalten werden, prüfen. Caching-Parameter gibt es z.B. als proxy_cache_*, scgi_cache_* oder fastcgi_cache_* Direktiven. Wir brauchten die uwsgi_cache-Direktiven für eine Django-App.
    Alles da, wunderbar.
    Aber: Ausgerechnet das tolle uwsgi-Modul hat keinen Defaultwert beim uwsgi_cache_key. Der Key setzt sich normalerweise aus verschiedenen Parametern wie dem Schema, dem Host und dem Request-URI zusammen, darüber wird ein MD5-Hash gebildet und die Dateien darüber identifiziert.
    Bei leerem Cache-Key wird genau eine Datei zwischengespeichert (die erste, die angefragt wurde) und jeder weitere Request führt zur gleichen Datei. Nicht gut.
  2. Kopieren mit scp. Du sitzt auf Rechner A, willst etwas von Rechner B auf Rechner C kopieren? Von A aus hast Du Zugriff auf B, aber wenn dann von B nach C kopiert wird, fehlen C die entsprechenden Credentials – was tun?
    „scp -3“ kopiert die Datei von B nach A und dann von A nach B. Schön unauffällig, aber sehr praktisch.
  3. Du hast eine ~/.ssh/config Datei mit verschiedenen nützlichen und spezifischen Host-Angaben, insbesondere gibst Du via IdentityFile Deinen Key an? Wenn Du sicherstellen willst, dass wirklich genau nur dieser Key benutzt wird und keine anderen beim Verbindungsaufbau probiert werden, setze „IdentitiesOnly yes“ mit dazu.
    Sagt die Doku: „Specifies that ssh(1) should only use the authentication identity and certificate files explicitly configured in the ssh_config files or passed on the ssh(1) command-line […]“.

Das wars.

Episode 63/2017: Geniales Vintage Terminal

Was für ein geniales Vintage Terminal… All die Jahre habe ich darauf verzichten müssen, bis ich es eben durch Zufall entdeckt habe (genauer gesagt: Es poppt im Vortrag über Full Stack Microservices auf).

Sogar ans Degaussing wurde gedacht. Diverse Theme- und Font-Kombinationen lassen einen tief in die kindliche Vergangenheit eintauchen. Auch lustig: Die Demoversion informiert nach ein paar Minuten darüber, dass die unlizenzierte Variante bei fortschreitender Benutzungsdauer immer mehr Eigenarten und Fehlfunktionen des jeweiligen Monitortyps intensivieren wird: „Cathode uses effects that simulate the distress of vintage monitors. Without a license, these effects will increase in intensity over the course of your session“.

Details, Video und Downloadmöglichkeit gibts auf der Seite der Entwickler.

(Da kann das JS-Terminal aus Episode 3/2017 leider nicht mithalten.)