Tag 20/2016: Unerwartete Hilfsbereitschaft, reziprok

Es muss ein interessanter Anblick gewesen sein, wie dieser Mann in der Dunkelheit mit seinem Rad herumgehopst ist, in schwarzer beinahe-Kylo-Ren™-Montur, Mütze, Fahrradhelm, Reflektorband mit 4 roten LED. Gehopst, weil der Vorderreifen plötzlich Luft verlor und er testen wollte, ob noch genug Luft im Schlauch ist. Dazu kam ein etwas grobmotorischer Abstieg, weil Herrenräder (Räder mit Oberrohr, ohne tiefen Einstieg) in Kombination mit einem Kindersitz mit Rückenlehne sowieso eine Herausforderung darstellen, erst recht bergauf.

Frustriert steht er also neben dem Rad und hantiert mit der Luftpumpe herum, als er ein Auto wahrnimmt, das langsamer wird und dann neben ihm anhält. Fensterkurbeln. Will jemand nach dem Weg fragen?

Nein. Eine Frau blickt aus dem Fenster und fragt besorgt: „Kann ich ihnen helfen? Ist alles ok?“ – Ha! Sowas! So volltrunken hat die Ist-noch-Luft-im-Reifen-Aktion also gewirkt. Sie hat den prüfenden Blick einer Ärztin, die jede Antwort auf mögliche Ausflüchte und Ausreden überprüft.

Die Schilderung des Mannes wirkt schließlich glaubwürdig, die Frau ist zufrieden, er bedankt sich für Ihre Fürsorge.

Und ich schiebe also nach Hause.

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