Tag 23/2016: Erinnerungen an längst vergangene Zeiten

Ich habe noch nie mit jemandem darüber gesprochen, aber jetzt ist es an der Zeit: Am 23.07.1993, den Tag werde ich nie vergessen, trafen Sebastian und ich eine folgenschwere Entscheidung.

Bis zu diesem Tag teilten wir eine Leidenschaft, die unser Leben prägte: Das Klavierspielen. Jeden Tag übten wir mehrere Stunden. Wir probierten alles aus, von der Kodály-Methode, Solmisation, rotierende Aufmerksamkeit, motorisch dominierte Übungsarten, Training prozeduraler Abläufe und was noch. Wir waren besessen. Wie oft schlichen wir nachts aus dem Haus und trafen uns in der alten Scheune mit dem Flügel zum gemeinsamen Üben!

Foto eines Klaviers mit Noten.

An jenem folgenschweren 23.07. jedoch nahmen wir uns eine kurze Auszeit vom harten Training. Eine Mitschülerin feierte Geburtstag.  Jeder von uns brachte ein Geschenk mit.

Wir standen vor der Haustür und klingelten. Aus Jux und Dollerei vereinbarten wir, dass derjenige, dessen Geschenk ihr mehr gefallen würde, weiterhin Klavier spielen dürfe, der andere aber fortan nie wieder, bis an sein Lebensende. Was wir nicht wussten, war, dass ihr Haus auf einem alten Tierfriedhof gebaut und verflucht war (keine Seltenheit). Einem Fluch, der bewirkte, dass blöde Wetten in Erfüllung gehen.

Und das ist der Grund, warum eine Flasche Franzbranntwein kein gutes Geschenk ist, eine CD von East 17 aber anscheinend schon.

Wer hat was geschenkt?

Zur Playlist des fantastischen Duo d’Accord

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