Tag 39/2016: Es regnet gerade

Es regnet. dit reën. bie shi. هطل المطر. անձրեւ է գալիս. bu yağış. euria. বৃষ্টি. pada kiša. вали. ဒါကြောင့်မိုးရွာ. kini ulan. mvula. 下雨. det regner. it’s raining. pluvas. sajab. sataa. il pleut. chove. წვიმს. βρέχει. તે વરસાદ. li lapli. Ana ruwa. יורד גשם. यह बारिश. nws los nag. Mmiri na-ezo. hujan turun. rains. það rignir. piove. 雨が降ります. udan. עס ריינז. ಮಳೆಯಾದಾಗ. жаңбыр жауғанда. plou. វាភ្លៀង. 그것은 비가. pada kiša. ມັນຝົນຕົກ. pluit. līst lietus. lyja. മഴ. avy ny orana. hujan. tkun ix-xita. marangai i te reira. तो पावसाळा. врне. энэ нь бороо. यो वर्षा. het regent. det regner. از آن باران. pada. chove. ਇਸ ਨੂੰ ਬਾਰਿਸ਼. plouă. идет дождь. det regnar. пада киша. e lipula. එය වහිනවා. prší. dežuje. uu roobku da’o. llueve. mvua. turun hujan. борон меборад. umuulan. மழை பெய்யும். అది వర్షాలు. ฝนตก. prší. yağmur yağar. йде дощ. esik. یہ بارش. Yomg’ir. trời mưa. mae’n bwrw glaw. ідзе дождж. o ojo. lina.

Mal ehrlich, manche Sprachen hat Google Translate doch selbst erfunden :)

Tag 38/2016: Der Sinn des Lebens

Pro Minute werden etwas mehr als 150 Menschen geboren, sagen verschiedene willkürlich besuchte Internetquellen.

Als besonderen Service biete ich den neuen Mitschwestern und Mitbrüdern hier den Sinn des Lebens (Forschungsstand 1983) in kompakter Form zum Vorgelesenbekommen und später zum Nachlesen an:

  1. Seien Sie nett zu Ihren Nachbarn
  2. vermeiden Sie fettes Essen
  3. lesen Sie ein paar gute Bücher
  4. machen Sie Spaziergänge
  5. und versuchen Sie, in Frieden und Harmonie mit Menschen jeden Glaubens und jeder Nation zu leben

Simple as that!

Tag 37/2016: Flotsam and Jetsam

Flotsam and Jetsam, übersetzt: „Strandgut“. Aber auch eine Band mit einer Querverbindung zu einer anderen Band.

An Strandgut musste ich denken, als ich heute den Mann sah, der im Grünbereich vor der Regensburger TechBase diversen herumliegenden Müll aufsammelte. Da lag nämlich eine ganze Menge. Well done, Sir! Aber ungefähr auf Höhe des Bushäuschens hörte ich ihn dann auf den Oberbürgermeister schimpfen und irgendwas mit „Mülleimer“. Das tat er ohne Unterbrechung und sehr laut und nur mit sich selbst und erinnerte mich damit sehr an die Bustalkerin.

Aber ist ok. John F. Kennedy hat in seiner Amtsantrittsrede von 1961 im Kontext von „Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann – fragt, was ihr für euer Land tun könnt“ ja auch nicht explizit das Fluchen bei der Umsetzung der guten Taten verboten.

Tag 36/2016: Die Bustalkerin

Die „Bustalkerin“ ist ein international wenig gebräuchlicher Fachterminus  für eine Frau („-in“) in einem Bus („Bus-“) die permanent spricht („talker“) und dabei sehr unheimlich wirkt („Stalker“).

Die Bustalkerin saß heute ganz hinten rechts. An den Bushaltestellen sagt sie nichts. Aber kaum fährt der Bus an, beginnt Sie ihre Selbstgespräche. Genauer: Selbstbeschimpfungen. Ich habe nur Sprachfetzen verstanden. Aber immerhin noch genug, um mich massiv von einer kleinen Partie Lumosity ablenken zu lassen. Dabei scannt Sie die Umgebung und merkt sofort, wenn man in ihre Richtung blickt. Blickkontakt vermeiden! Sie schimpft, gibt sich die Schuld für irgendwas, beleidigt irgendwen. Stoppt 3 Sekunden. Und wieder schimpfen.

Soooorry, irgendwann gehe ich im Bus ganz nach vorne und denk mir „Besser isses

Tag 35/2016: Der Supermarkt und der Süßstoff

Vor etwas mehr als sechs Jahren kaufte ich in einem Regensburger Supermarkt einen Flüssigsüßstoff. Keine Ahnung, wofür ich den benötigte. Jedenfalls war ich wieder in diesem Eck, den – inhabergeführten – Supermarkt gibt es noch. Und faszinierenderweise stehen die Süßstoffe immer noch an der gleichen Stelle. Und die Getränkeflaschen. Und das Obst und Gemüse. Und überhaupt alles. Exakt so. Zur Tür raus, „Freeze! Don’t move!“, sechs Jahre warten, zur Tür wieder rein. Es gibt auch noch die kombinierte Backwaren- und Wursttheke. Hinter der stehen zwei Frauen reifen Alters, die mit typisch charmant-bayerischer Art die Schüler eines umliegenden Gymnasiums mit verbalen Peitschenhieben einnorden, wenn diese ihre individuellen Wurstsemmelbestellungen aufgeben. Der Weg zur Kasse ist eng, gesäumt von ca. 7 Metern mit 300 verschiedenen kohlenhydrathaltigen Riegeln und Tafeln und Tüten. Die Kasse ist eigentlich nur so eine Art Stuhl mit einer ca. 20cm „langen“ Ablagefläche. Der Chef kassiert selbst.

Gelebte Tradition, Verlässlichkeit, Beständigkeit. Wie eine Homepage mit Verdana, #ffffcc-Farbanteil und einem Link zu Altavista.

Wir sehen uns in sechs Jahren!

Tag 34/2016: Eine Vorstellung von der Welt aus Überschriften, Teil 4

Heute: SZ.de, ca .22:35 Uhr. Die wesentlichen Satzfragmente und Trigger-Wörter. Siehe auch taz, SPON und MZ.

Hetze im Sekundentakt, Geschäfte am Limit, Merkels Beliebtheit stürzt auf schlechtesten Wert, Rückschlag für Bemühungen um Frieden, Deutschlands neues Feindbild ist der Nordafrikaner, Fuck you ich will das nicht, Ausgetost, Explosion an Board, Mann wird angeblich aus Flugzeug gesaugt, Polizei vernimmt Angreifer, FC Bayern sachlich in Rage, Widerstand gegen Pick-up-Artists, Putzfrau wirft Kunstwerk in Müll, verschwundener Lord für tot erklärt, Niagarafälle ohne Wasser, Peinliches Plakat, Kojoten auf Droge, Obdachloser totgeprügelt, Hebamme unter Mordverdacht, Verurteilt wegen Hasskommentaren, Vierjährige rettet sich vor dem Ertrinken, Friedensgespräche ausgesetzt, Ex-Lehrer wegen Kinderpornografie verurteilt, Polizei räumt Kulturzentrum, Unbekannter überfährt 17 Kängurus hintereinander, Vater des Amokläufers verklagt Klinik, Der Absturz vor der großen Explosion, Spotify kämpfte mit Problemen, Android-App soll den Akku leersaugen, Mieser fieser Sieger, Ärger mit wundersamem Dieselmotor, illegale Angebote, Schlechtes Versteck, Hauptklientel ist der abgestürzte Mittelstand, Eltern fürchten sich vor Migrantenkindern, So verhindern Sie, dass Ihr Ladekabel bricht.

Uff. Wieder ein Grund mehr für fremdes Leben, vor dem Terraforming unseres Planeten nicht anzurufen, ob wir was dagegen haben.

Tag 33/2016: Wohin mit dem Server?

Das alte Server-Ding ist so schwer, dass mir die Vorteile der Cloud plötzlich sehr einleuchtend erscheinen. Cloud, Wolke, Wölkchen, leicht, luftig.

Bisher war der Server im Besprechungsraum, weshalb man dort lieber nichts besprechen wollte, denn der Server ist nicht nur schwer, sondern auch laut.

Ein Kollege und ich überlegen uns Lösungen. Den Abluftbereich mit Styropor zukleben? Wirksam, aber nur für kurze Zeit. Kaputt nutzt der Server ja nix.

Wir gehirnstürmen Ideen wie

  • Server in den Schrank stellen („Hört ihr das auch?“)
  • Server auf den Flur stellen („Wem gehört der Hund?“)
  • Server in die Teeküche neben den Kühlschrank stellen („Ist das die neue Kaffeemaschine?“)
  • Server in ein Toilettenabteil stellen („Hallo? Geht es Ihnen gut?“)
  • Server mit John Bates aus dem Piloten von Downton Abbey vergleichen („Warten Sie. Bleiben Sie hier und wir reden nie wieder über diese Sache!“)

Nachdem der Lösungsraum eine gewisse kritische Menge erreicht hat sind wir glücklich und wenden uns wieder anderen Dingen zu.


Update 8.2.2016: Das alte (verstaubte) Servernetzteil gegen ein aktuelles ausgetauscht und die Aktion war von Erfolg gekrönt.

Foto eines verstaubten alten Server-Netzteils.

Tag 32/2016: Warteschlangen abarbeiten

Beim Dateisystem-Defragmentieren zusehen ist gewinnbringender als beim FTP-Warteschlangen-abarbeiten.

Irgendwie hat man nach dem Defragmentieren das Gefühl, die Arbeit war sinnvoll. Man hätte ein Gleichgewicht wiederhergestellt. Die Messer zu neuer Schärfe geschliffen. Die Hauswand mit frischem Putz versehen. Den Motor getuned. Sowas.

Mit dem Datei-Kopieren per FTP hat man natürlich auch einen Zweck verfolgt und ein Ziel erreicht, aber halt auf die uncoolste Art & Weise. Kein STDIN-STDOUT-Gepfeife über einen sicheren Tunnel mit Kompression oder wenigstens nur eine riesige Datei kopieren und am anderen Ende entpacken. Nein. Wenn die Server nur FTP anbieten, dann wollen die 80er ihre Entschleunigung zurück.

Insgesamt 70.350 Dateien zuerst von A nach B und dann von B nach C kopiert, von 13:30 Uhr bis 19:irgendwas. Immerhin war der verwendete FTP-Client so freundlich, die Geschwindigkeit exakt in Kibibyte (KiB/s) anzuzeigen und nicht in Kilobyte. Wenn schon langsam, dann wenigstens exakt.

Tag 30/2016: Das Glas ist halb voll

Lese- und Handlungstipp: „Einwandfrei“ von Will Bowen. Über das Buch ist im Netz schon viel geschrieben worden. Zu Recht.

Es geht um eine einfache und gleichzeitig immens schwierige Aufgabe: sich 21 Tage in Folge nicht zu beklagen, zu beschweren, nicht zu jammern, nicht zu nörgeln, nicht zu kritisieren, nicht zu tratschen.

Für Bowen und viele andere ist es eine Tatsache: Es wird zu viel geklagt und gejammert und der Zustand der Welt ist nicht so, wie wir ihn gerne hätten. Bowen sieht hier einen Zusammenhang. Das Denken kreist mehr um das, was nicht stimmt; das Augenmerk liegt nicht auf der gesunden, glücklichen und harmonischen Welt.

Das will Bowen ändern und mit der Sprache beginnen. Als kleines Hilfsmittel liegt dem Buch ein lilafarbenes Silikonarmband bei, das man am Handgelenk trägt. Sobald man gewohnheitsmäßig beispielsweise irgendetwas kritisiert oder losjammert, muss man das Armband abnehmen und über das andere Handgelenk streifen. Das geht, vor allem am Anfang, ziemlich oft hin und her. Das Ziel, 21 Tage in Folge ohne Armbandwechsel, schafft man laut Bowen irgendwann nach vier bis acht Monaten.

Hat man die 21 Tage erreicht, hat man eine neue, positive Gewohnheit etabliert. Laut Bowen gibt es vier Stadien auf dem Weg zur Erlangung einer Kompetenz, hier der Kompetenz eine klagefreie Person zu sein:

  1. Unbewusste Inkompetenz
  2. Bewusste Inkompetenz
  3. Bewusste Kompetenz und
  4. Unbewusste Kompetenz

Der Armbandwechsel ist der hilfreiche psychologische Kniff, seine Gewohnheiten zu durchbrechen. Wer beispielsweise im Verkehr auf die anderen Verkehrsteilnehmer schimpft, wechselt sein Band (Stufe 1). Später denkt er sich nur noch seinen Teil und hält die Klappe (Stufe 2). Irgendwann lässt der Drang, sich in dieser (und anderen) Situationen negativ zu äußern mehr und mehr nach (Stufe 3), zuletzt ignoriert man solche Situationen und konzentriert sich mehr auf das, was man will und verändern kann (Stufe 4). Ein Armband braucht es nicht mehr.

Ein empfehlenswertes kleines Experiment, sich und seine Umwelt bewusster wahrzunehmen. Mindestens.