Tag 7/2016: Benutzerschnittstellen – es könnte so einfach sein

Ich teste seit ein paar Wochen einen Anbieter für Cloud-Lösungen, VPS, Loadbalancer, Hosting. Die Werbung auf der Homepage ist vielversprechend, es sind einige Lösungen dabei, ohne die es im Jahr 2016 eigentlich nicht mehr geht.

Ein Element ist beispielsweise DDoS-Protection. Die meisten Provider, auch große, bieten Ihren Kunden noch keine Antwort auf diese Art der Bedrohung an (mit löblichen Ausnahmen wie beispielsweise First-Colo). Nullrouting, Server abschalten, das wars. Es bleibt nur der Rückgriff auf externe Anbieter wie Cloudflare, Incapsula, Myracloud und andere. Was stressig ist, wenn die Hütte bereits brennt.

Ein anderes Element ist Load-Balancing auf Hardware-Basis mit SSL- bzw. TLS-Zertifikaten über ein Provider-Interface. Zwar lässt sich das LB auch mit virtuellen Maschinen bauen, aber dann halt wieder von Hand mit Failover und irgendeiner Art schneller IP-Adressen-Zuweisung via API/REST – sofern der Provider das anbietet (Beispiel). Trivial ist das für die Anbieter ja nicht, in Zeiten von IPv4-Adressknappheit und ihren Switch-Setups, um die einzelnen Kunden sauber voneinander abzutrennen.

Was mich beim oben erwähnten (bzw. nicht erwähnten) Provider stört, ist die Benutzerschnittstelle. Fast kein Element ist nicht erklärungsbedürftig. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Haltung des Managements oder der Entwickler ist: Das ist ja nur für Profis, die wissen schon, was hier gemeint ist. Pustekuchen. Immer wieder muss ich dem Support schreiben, wo denn nun eigentlich das beworbene Feature xy zu finden ist, ob bestimmte eigentlich triviale Vorgänge tatsächlich nur über Umwege machbar sind, warum bestimmte Links seit Wochen zu 404’s führen usw. Das alles und mehr könnte man dem Support an Ticket-Anfragen ersparen, wenn den Kunden über die Schulter geschaut werden würde.

Glückauf.

/BE

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.